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Walter-Benjamin-Weg




Walter Benjamin 1928
Walter Benjamin: Philosoph, Literaturkritiker und Übersetzer. Geboren 1892 in Berlin. Als linker Schriftsteller und Jude auf der Flucht vor dem Nationalsozialismus stirbt er im September 1940 im nordspanischen Grenzort Portbou. Wegen fehlendem Stempel für seine Ausreise aus Frankreich befürchtet Benjamin, an die Nazis ausgeliefert zu werden - und nimmt sich das Leben. Hitlers Schergen treiben europäische Emigrant_innen quer durch Frankreich vor sich her in Richtung Süden. Um an Walter Benjamins Schicksal und das zahlloser unbekannter Flüchtender zu erinnern, gestaltet der international beachtete Künstler Dani Karavan 1994 am Friedhof von Portbou einen Gedenkort.
2007 wird der Walter-Benjamin-Wanderweg fertiggestellt und mit Informationstafeln versehen, vom französischen Banyuls-sur-Mer nach Portbou erinnert er an Benjamins letzten Weg über die Pyrenäen.
Gedenkort und Wanderweg erfreuen sich seit Jahren großer Beliebtheit, der Name Portbou ist unlösbar mit dem Tod des NS-Verfolgten und jüdischen Gelehrten verbunden. Mit dieser Seite sowie der App für Mobilgeräte präsentieren wir ein Angebot zu einer ersten Annäherung an die Person Walter Benjamin, an die Umstände und Hintergründe seiner Flucht, an Parallelen von damals zu heute.
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September 2007: Der Wanderweg vom französischen Banyuls zum nordspanischen Portbou ist nun vollständig ausgeschildert. Unterwegs ändert sich bei jedem Schritt die Perspektive auf das türkisfarbene Meer und die in der Mittagshitze flimmernden Gebirgszüge. Respekteinflößend heute die nicht selten orkanartigen Böen der Tramontana und morgen die Stille der Einsamkeit. Ein abwechslungsreicher Tag zu Fuß, nicht alpin, aber auch kein bequemer Spaziergang. Bisweilen beschaulich zwischen Weinbergen und ausgetrockneten Bachläufen, auf fester Straße zwischen fruchtbaren Gärten, oft über dürftig beschattete Ziegenpfade zwischen vom Sturm gebeugten Olivenbäumen.
Eidechsen huschen über Felsblöcke, wer Glück hat, sieht einen Gecko in der Sonne dösen. Oben verwandelt sich der Fluchtweg in ein Geröllfeld, der Pass liegt gut 500 Meter oberhalb der nun silbrig glänzenden Meeresoberfläche. Sind es zwei Meere geworden? Der betörende Rundumblick lässt für einen Augenblick das Schicksal tausender Flüchtlinge vergessen, die dieses Plateau passierten und passieren.
Die nach den Fluchthelfer_innen Lisa und Hans Fittko benannte F-Route bringt tausende Menschen nach Portbou und damit der Freiheit ein entscheidendes Stück näher. Doch Walter Benjamin nimmt sich dort im Spätsommer 1940 das Leben, aus Angst vor den nun auch hier präsenten Nationalsozialisten.




In Gedanken bei Menschen, die 1940 über die F-Route (und den heutigen Walter-Benjamin-Weg) ihr Leben retten. Oder bei solchen, für die auch heute eine Grenze mehr als eine Linie ist. Zu Fuß von Banyuls nach Portbou, ein Tag zwischen Olivenbäumen und auf steinigen Pfaden.
  • Doch wer ist diese Lisa Fittko, an die unterwegs ein Denkmal erinnert?
  • Und wovon spricht Walter Benjamin, wenn er seinen philosophischen Aufsatz zur technischen Reproduzierbarkeit von Kunstwerken, Kinofilmen, Fotografien schreibt?
An elf Stationen erzählen und zeigen wir Hintergründe - für Android-Geräte auch ohne Mobilfunkverbindung, selbst oben auf dem Pass oder unten im engen Tal. Die App für Smartphone/Tablet kann von hier oder aus dem App-Store installiert werden. Apple-Geräte finden "Historia Viva" im Store. Anschließend lassen sich Touren laden, die dann jederzeit orts- und netzunabhängig zur Verfügung stehen.
Die GPS-Navigationstechnik der Android-App hilft, den bisweilen verschlungenen Pfad zu finden, an elf für Pausen geeigneten Orten können Hintergrundinformationen gehört, gesehen, gelesen werden. Für Nutzer_innen anderer Systeme wird demnächst eine Online-Version zur Verfügung gestellt.
Installation und Start: Nach der ➀ Installation der App aus dem App-Store oder von der Webseite ➁ aus dem Kontext-Menü der App heraus eine Tour herunterladen und sie anschließend ➂ aus dem Kontext-Menü auswählen. Eventuell noch ➃ Karte/Kacheln herunterladen zur Unterwegsanzeige der Landkarte.
➔ Wichtig: Die Inhalte der Stationen werden im Browser angezeigt, wir empfehlen dringend einen aktuellen Firefox oder Chrome.



Sitemap: Die Stationen im Überblick











Die Anreise nach Banyuls und Portbou kann bequem mit der französischen Bahn SNCF mit direktem Halt in beiden Orten erfolgen, mit Direktzügen u.a. aus Strasbourg und Paris. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in allen Kategorien, vom einfachen Hausprojekt mit Ferienwohnung in Portbou bis zu Hotels aller Preisklassen entlang der gesamten Küste.
Für die uns entgegen gebrachte Unterstützung bedanken wir uns ausdrücklich bei:


Rosa Luxemburg Stiftung


Solidaritätsfonds der Hans Böckler Stiftung


Pädagogische Hochschule Freiburg


Kommedia e.V. Freiburg


Walter Benjamin Archiv / AdK

USHMM

United States Holocaust Memorial Museum (The views or opinions expressed in this website, and the context in which the images are used, do not necessarily reflect the views or policy of, nor imply approval or endorsement by, the United States Holocaust Memorial Museum)

Besonderen Dank an Erdmut Wizisla und Ursula Marx (Walter Benjamin Archiv, Berlin), Jordi Font (MUME, La Jonquera), Teresa Puig i Garbi (Portbou), Hanne und Hubert Eckart (für die Ausschnitte aus dem Hörbuch zu Lisa Fittko), Joan Gubert (Portbou), Marian Roman (Portbou), Aktives Museum e.V. (Berlin), Literaturarchiv Marbach, Deutsches Exilarchiv 1933 – 1945 / Deutsche Nationalbibliothek (Frankfurt/Main).


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✗ Die Übersetzungen sind von Yasmina Khoyratee (Freiburg) [FR], Teresa Puig i Garbi (Portbou) [CA], Angela Sprotte (Freiburg) [EN] und Carlos José Véliz Barón (Berlin) [ES].
✗ Sprecher_innen: Helvia Dupont (Argeles sur Mer) [FR], Jamie McIntosh (Freiburg) [EN], Teresa Puig i Garbi (Portbou) [CA], Antonia Solsona Gasch (Portbou) [ES], Jule Schröter (Nürnberg) [DE].
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